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Die Internetseiten mit Erfahrungsberichten (guenstiger.de, ciao.de, amazon.de) sowie diverse Foren (pocketnavigation.de etc.) sind voll mit diesem Thema: Der USB/Data Connector des Acer n35 ist schlicht und einfach ein Konstruktionsfehler, eine Sollbruchstelle.
Und Acer will von diesem Problem nichts wissen. Eigentlich müsste ein Hersteller wie Acer ja reagieren und die Geräte zurückrufen. Peinlich genug, dass die Ingenieure bei Acer so einen Schrott produzieren. Aber nicht einmal die Marketingabteilung steht zu dem Fehler. Statt dessen wird die Zeitbombe munter weiterproduziert und man gibt dem "dummen User" "unsachgemäße Anwendung" als Ursache an und versucht, eine kostenlose Reparatur abzulehnen. Bei meinem n35 hat die erste Ladebuchse ca. 6 Monate gehalten, dann waren einige Kontakte im Inneren des PDA hinüber. Trotz pfleglicher Behandlung des Gerätes. Nach langem Hin und Her sowie endlosen Diskussionen mit dem Acer Support (ja, ich habe nach der 5. Email eine Antwort bekommen!) wurde die Platine kostenlos ersetzt. Das dauerte insgesamt 5 Wochen. Wenigstens ging mit der neuen Platine auch die Systemzeit richtig, die vorher täglich um mehrere Stunden falsch lief. Auch so ein Bug, der meinen Recherchen zufolge nicht nur bei mir aufgetreten ist, und der dem Acer-Support laut dessen Aussage völlig unbekannt war. So weit so gut: Seit der Reparatur passte ich wirklich gut auf, dass ich den Stecker so gut wie nicht belastete, immer vorsichtig herauszog und Vibrationen (soweit das im Auto eben geht) vermied. Trotzdem ließ sich der n35 nach weiteren 4 Wochen nicht mehr laden. Jetzt hatte ich die Schnauze gestrichen voll. Auf eine erneute Reklamations-Odysseehatte ich keine Lust mehr, ebensowenig hatte ich Lust, wieder 5 Wochen ohne das Gerät da zu stehen. Also machte ich mich etwas schlau, wie man das Problem endgültig in den Griff bekommen könnte. Ich verstehe einfach nicht, warum die Hersteller nicht einfach eine Mini-USB-Buchse verbauen, wie das bei PNA's schon lange üblich ist. Die wäre nämlich quasi unkaputtbar. Ein Großteil der 26 Pins wird ohnehin nur für Funktionen verwendet, die man nur im Ausnahmefall braucht (Serial Port etc.). Für diese Fälle könnte man ja immer noch eine zweite Buchse einbauen, die dann aber nicht regelmäßig für die Synchronisation und zum Laden verwendet wird. Jedenfalls weiß ich, dass das mein erstes und letztes Gerät von Acer war. Denn ein Hersteller, der Fehler macht, diese dann aber nicht eingesteht und der Kunde dann das Opfer dieser Inkompetenz sein soll, kann mir gestohlen bleiben. Eigentlich schade, denn abgesehen von dieser Schlamperei ist der n35 ein wirklich gutes und auch zuverlässiges Gerät, das durchaus auch seine Vorteile hat. Was ich hier beschreibe, ist ein letzter Rettungsversuch, um einen defekten n35 wiederzubeleben. Ich übernehme selbstverständlich keinerlei Garantie für einen Erfolg! Wer noch Garantie auf das Gerät hat, sollte auf jeden Fall erst versuchen, das Ganze als Garantiefall abzuwickeln. Eine kostenpflichtige Reparatur lohnt sich meines Erachtens nicht, da das Problem jederzeit wieder auftreten kann und spätestens bei der zweiten Reparatur die Anschaffung eines besser verarbeiteten Gerätes (z.B. Fujitsu Siemens Loox n520 oder Asus myPal A632 etc.) günstiger gewesen wäre. Zum Vergleich: Einen Loox n500 mit eingebauten Sirf III GPS-Empfänger (!!!) und schnellerem Prozessor als der N35 bekommt man bei eBay momentan (Stand 21.11.06) für ca. 200 Euro. Der Platinentausch beim beim Acer n35 kostet ca. 180.- Aber bevor man seinen n35 in die Tonne tritt, kann man's ja wenigstens versuchen. Allerdings sollte man schon sicher mit einem Lötkolben umgehen können oder zur Not jemanden um Hilfe bitten, der so etwas schon mal gemacht hat. Sollte jemand bei diesem Rettungsversuch das ohnehin schon kaputte Gerät vollständig zerstören, kann er es wenigstens guten Gewissens wegwerfen. Bei mir hat es jedenfalls funktioniert und ich kann meinen n35 wieder laden und mit dem PC synchronisieren. Trotzdem werde ich mich zu Weihnachten mal nach einem Fujitsu Siemens Loox n520 (mit WLAN) oder n560 (VGA Display!) umsehen... ;-) Ein Tip noch: Auch wenn die Bilder dazu verleiten, einfach draufloszuschrauben - lest bitte meine Beschreibung vorher gründlich durch - das hilft, Fehler zu vermeiden. Und ich hab's dann auch nicht umsonst getippt... Genug der Vorrede, jetzt geht's los: Vor dem Zerlegen des Gerätes sollte man folgende Ersatzteile besorgen: - eine Buchsenleiste 2,54mm Rastermaß, mindestens 2x6-polig (z.B. Conrad Art.-Nr. 736376-62) - € 1,38 - mehrere Stiftleisten 2,54mm Rastermaß, mindestens 2x6-polig (z.B. Conrat Art.- Nr. 744026-62) - € 0,49 Außerdem benötigt man natürlich etwas Werkzeug (einen kleinen Kreuzschlitzschraubendreher, einen Seitenschneider, eine Lötnadel wie z.B. Conrad Art.-Nr. 830283-62 - € 5,50, die hatte ich allerdings sowieso schon daheim) und etwas Litze (z.B. Kupferlackdraht Conrad Art.-Nr. 607568-62 - € 3,99 oder etwas Vergleichbares). Dann noch eine Heißklebepistole oder alternativ dazu ein guter Kleber. Damit wäre man schon perfekt ausgerüstet. Jetzt sollte man auf jeden Fall noch ein KOMPLETTES Backup des PDA's auf die Speicherkarte machen (Start -> Programme -> Backup Restore) und dort als Speicherort die SD Karte auswählen und ein komplettes Backup machen, nicht nur die PIM. Damit kann man dann den PDA wiederherstellen und hat alle Programme wieder drauf. Danach entnimmt man die Speicherkarte, steckt alle Kabel ab und legt den n35 mit dem Display auf eine weiche Unterlage. Die GPS-Antenne wird ausgeklappt und die vier runden, schwarzen Aufkleber entfernt. Darunter sitzen 4 kleine Kreuzschrauben. Raus damit. Dreht man dann den PDA um, kann man von unten her mit den Fingernägeln in die seitliche "Naht" fahren und das Gerät vorsichtig öffnen. Die obere Abdeckung (Infrarot und Kopfhörer-Buchse) weigert sich gerne etwas, aber mit etwas Gefühl geben deren Clipse auch nach. Keine Angst, die brechen nicht so schnell ab.  .jpg) Das rote und das schwarze Kabel an der Buchse könnt Ihr ignorieren, die waren von meinem ersten Rettungsversuch. Ist das Gerät geöffnet, klappt man das Display auf der linken Seite hoch. Darunter liegt ein FCC-Kabel (Flachbandkabel), das in einer Buchse auf dem Mainboard steckt. Diese hat links und rechts eine schwarze Verriegelung. Diese zieht man in Richtung des Kabels seitlich weg, dann kann man das Kabel herausziehen und das Display an einem sicheren Ort verstauen.  Den Joystick kann man einfach nach oben abziehen. Jetzt wird das Board ausgebaut (eine Schraube rechts unten neben dem schwarzen Schaumstoff über dem Lautsprecher, eine Schraube an der linken Kante des Moards mittig).  Drückt man den Mainboard-Clip auf der rechten Seite des Boards nach rechts weg, lässt sich das Board rechts etwas anheben und nach rechts ziehen, um das Lautstärke-Drehrad auf der Linken Seite aus seinem Gehäuseschlitz zu befreien. Dann klappt man das Board auf der linken Seite hoch und legt es rechts neben das Gehäuse. Dann wird der kleine Stecker der GPS-Antenne vom Board abgezogen sowie der Stecker des Akkus auf der Rückseite. Das ist wichtig, um beim Löten Kurzschlüsse zu vermeiden!  Soweit die Vorarbeiten, jetzt zur Buchse. Unter http://pinouts.ru/PDA/acer_n30_pinout.shtml fand ich die Pin-Belegung der 26-poligen Anschlussbuchse. Nach der Reparatur waren die Kontakte der Buchse mit Heißkleber zugeschmiert - wahrscheinlich der professionelle Versuch von Acer, die Buchse gegen ein erneutes Lösen zu sichern. Blöd nur, dass der verwendete, billige Heißkleber zwar wunderbar auf der Buchse hält, aber kaum am Board. Da hätten sich die "Ingenieure" schon etwas besseres leisten können. Der Heißkleber, den es ab und zu bei Aldi gibt, hält beispielsweise ziemlich gut auf dem Board... Sollte bei Euch auch Kleber über dem Stecker sein, diesen mit einem schmalen Schraubenzieher von der Seite her VORSICHTIG lösen und dann mit der Hand abziehen. Bitte nicht von oben in den Kleber bohren, denn dann ist man auch gleich durch die winzigen Kontakte des Steckers durch. Ist der Kleber unten, kann man sich das Desaster mal ansehen. Wenn sich nur einzelne Kontakte von den Lötpunkten gelöst haben, kann man sie evtl. durch antupfen mit der Lötnadel wieder festpappen. Hängt aber wie bei mir die halbe Buchse in der Luft (ich kenne auch Fälle, bei denen die gesamte Buchse ins Innere des Gehäuses gerutscht ist), dann hilft nur ein kompletter Tausch. Dazu muss die Buchse möglichst vorsichtig vom Board entfernt werden. Am Besten die Gehäuse-Lötstellen links und rechts entlöten (Mainboard Ober-und Unterseite), falls diese noch feste sitzen sollten. Und dann die feinen Kontakte durchbrechen, ohne dass sich diese dabei berühen. Dazu am Besten die gesamte Buchse nach vorne und hinten klappen, bis es Ermüdungsbrüche gibt. Das geht relativ schnell. Aber bitte nicht mit zu viel Gewalt, sonst reißt man schnell die feinen Leiterbahnen zusammen mit den Lötpunkten von der Platine. Das war bei meinem n35 bei einigen Lötpunkten der Fall, schon bevor ich versucht hatte, die Buchse zu entfernen. Ist die Buchse draußen, müssen wir die Litzen anlöten. Sind die äußeren drei Lötpunkte auf jeder Seite (1-3, 24-26) erhalten geblieben - optimal. Wenn nicht, gibt es da auch eine Alternative. Am Besten sieht man das auf dem Foto. Die Anschlüsse für USB Data+ und Data- lötet man am Besten - wie auf dem Foto zu sehen - nicht an den winzigen Kontakten an, sondern an dem Bauteil, zu dem die Leiterbahnen von der Buchse aus führen. Die drei Lötpunkte für Masse und +5V vom Ladegerät sollte man brücken, sofern sie noch vorhanden sind. Lötanfängern dürfte das ohnehin ziemlich leicht fallen ;-) Sollten die Lötpunkte 1-3 bzw. 24-26 nicht mehr vorhanden sein, kann man die Masse und den Anschluss für's Ladegerät auch an den alternativen Lötpunkten anlöten (siehe Foto). Diese 4 Adern werden dann mit der oberen Reihe (damit es beim versehentlichen Umdrehen des Steckers keine Probleme geben kann) der Buchsenleiste (die man auf 2x6 Kontakte gekürzt hat) verlötet. 2x6 Kontakte der Buchsenleiste passen in die Aussparung im Gehäuse - und je mehr vorhanden sind, auch wenn sie nicht belegt werden, desto stabiler sitzt später der Stecker.  
NACHTRAG: Leider sind mir vor ein paar Jahren die Originalfotos von meinem Umbau abhanden gekommen, daher habe ich die Alternativ-Lötpunkt nicht mehr in höherer Auflösung. Ein bißchen kann man sie ja auf dem Foto erkennen. Also am Besten ein Multimeter in die Hand nehmen, den Akku einlegen und messen ;-) - Dürfte ja kein Problem sein.
 Um das Gehäuse mit der Buchsenleiste schließen zu können, musste ich am oberen Gehäuseteil mit einer flachen Feile die Aussparung etwa 0,5mm vertiefen. Vorher bietet es sich an, die Stifte der unteren Buchsenreihe auf der Rückseite der Buchsenleiste abzubrechen, um Kurzschlüsse mit den Lötpunkten der alten Buchse zu vermeiden. Die Buchsenleiste habe ich nach dem Verlöten, dem Funktionstest und dem Einbau der Platine in die Gehäuserückseite mit Pattex auf die Platine geklebt und die Kontakte sowie die Buchsenleiste seitlich mit Heißkleber fixiert. Dann wackelt nichts mehr. Ist der PDA dann fertig zusammengebaut, fällt die Modifikation kaum auf:  .jpg)  Natürlich müssen dann noch die Stecker modifiziert werden, hier der Anschlussplan des USB-/Netzteilsteckers: Beim Autoladekabel müssen ja nur +5V und Masse verlötet werden. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, nach dem Anlöten der Kabel an der (gekürzten) Stiftleiste und dem Funktionstest die Stifte und die Kabel mit Heißkleber zu versiegeln, um ein Abbrechen der Lötstellen und das Herausrutschen der Stifte beim Herausziehen aus der Buchse zu vermeiden. Bei der Formgebung des Steckers mit dem Heißkleber sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.  Bei meinem n35 spinnt zwar seit der Umbau-Aktion die grüne Lade-LED etwas (geht nach 10-20x Blinken aus), was ich mir nicht so ganz erklären kann. Der Akku lädt aber trotzdem weiter, auch wenn der PDA und die Ladestandsanzeige in der Systemsteuerung das ignorieren. Messbar sind die 5V jedenfalls am Akkustecker, wenn das Netzteil angeschlossen ist - und auch wenn die Ladestandsanzeige auf 0% steht, läuft der PDA noch gut 2 Stunden. Die USB-Synchronisation funktioniert ohne Einschränkungen.  Fazit: Der Aufwand hat sich gelohnt, Operation gelungen. Kosten: Ca. 4 Euro. Gesparte Zeit: Ca. 5 Wochen. Mein n35 lebt erstmal wieder und hilft mir, die Zeit bis zur Anschaffung eines Loox zu überbrücken! Ich würde mich freuen, wenn Ihr mir vom Erfolg / Mißerfolg Eurer Umbauaktion berichten würdet - und auch über Verbesserungsvorschläge oder einen Tip zu der Fehlfunktion meiner Lade-LED wäre ich sehr dankbar!
NACHTRAG: Inzwischen (Juli 2009) habe ich mehr als 10 positive Reparatur-Meldungen aufgrund meines Tutorials bekommen. Vielen Dank an alle, die mir ein kurzes Feedback haben zukommen lassen.
Alle "Probanden", die sich bei mir gemeldet haben, konnten Ihren n35 wieder zum Leben erwecken. Das freut mich sehr - bestätigt mich aber auch in meiner Meinung über Acer.
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