| Tachoumbau auf EL-Folie an der VFR750 |
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Am Beispiel meines Tacho-Umbaus an meiner VFR750 möchte ich Euch hier
beschreiben, wie man einen Tacho auf die Beleuchtung mit EL-Folie
umrüstet.
Diese Beschreibung ist nicht als Anleitung zu verstehen, ich übernehme keinerlei Haftung für Schäden, die entstehen können, wenn jemand seine Tachoeinheit zerlegt, darin rumschraubt, rumlötet oder unsachgemäß rumpfuscht.
Es ist ein reiner Bericht Über den von mir umgesetzten Umbau an meiner Maschine. Was Ihr daraus macht, ist alleine Euer Bier.
Da das Zerlegen der Tachoeinheit bei jeder Maschine und jedem Typ unterschiedlich funktioniert, möchte ich hier nicht näher darauf eingehen.
Am Beispiel der Honda CB500 PC26 habe ich das bereits HIER anhand von Fotos und Text dokumentiert. Habt Ihr ein anderes Motorrad, seid Ihr auf Euch alleine gestellt. Das ist vielleicht auch ganz gut so - denn wer es nicht schafft, seinen Tacho auszubauen und zu öffnen, der sollte vielleicht gleich die Finger von dem ganzen Projekt lassen, denn dann geht das nur in die Hose - und die 100V, die ein EL-Inverter erzeugt, verursachen eventuell mehr als nur ein Kribbeln im kleinen Zeh.
Nun gut, genug der Vorrede. Leider ist mein Umbau schon fertig, ohne dass ich ihn fotografisch dokumentiert habe, ihr müsst also fleißig lesen und Euer Vorstellungsvermögen anstrengen. Zuerst mal zwei Bildchen, wie es bei mir fertig aussieht:
![]() ![]() Und an der CB500 sieht es inzwischen folgendermaßen aus (sorry, die Fotos sind schlechter): ![]() ![]() Das Material: Für den Umbau benötigt man - natürlich - EL-Folie und einen passenden Inverter. Die Menge der EL-Folien hängt vom Tacho ab, ebenso wie die Größe. Günstige EL-Folien, wenn auch nur in türkis und weiß, bekommt man bei REICHELT , wenn man in der Produktsuche nach "Leuchtfolie" sucht. Dort findet man gleich den passenden 12V-Inverter (Artikelnummer E40 6010).
In der Regel reicht die Leuchtfolie 10x10cm aus. Aber das kann man anhand der ausgebauten Original-Tachoscheiben selbst ausmessen. Für die CB500 benötigt man beispielsweise 2 Leuchtfolien á 10x10cm, für die VFR750 benötigt man 3. Ein Inverter reicht auch für 3 Folien. Ich habe zwar je Folie einen Inverter verwendet, um eine möglichst helle Ausleuchtung zu erzielen, laut den technischen Angaben des Inverters ist das allerdings unnötig. Käme auf einen Versuch an.
EL-Folien bekommt man übrigens bei vielen Anbietern, meistens jedoch teurer, dafür aber auch in vielen Farben. Interessant ist allerdings immer, welche Farbe die Folie im ausgeschalteten Zustand hat, da das später noch von Bedeutung ist! Und das geben viele Hersteller nicht an. Für meine Umbauten habe ich die türkis leuchtende EL-Folie verwendet. Erstens gefällt mir das besser, außerdem ist die türkise Folie im ausgeschalteten Zustand hellbeige, die weiße ist rosa. Dazu später mehr.
Hat man EL-Folie und Inverter bestellt und vorliegen und der Tacho ist zerlegt, kann es losgehen. An den Inverter lötet man drei Drähte (Bitte mit Schrumpfschlauch sorgfältig isolieren, und zwar schon vor dem ersten Test!!!) entsprechend dem Datenblatt: Der untere Anschluss (+DC) führt zum + der Instrumentenbeleuchtung, als +12V. GND ist Masse, also sowohl Masse der Instrumentenbeleuchtung im *****pit (<fuck Wordfilter!!!), als auch Masse der EL-Folie.
Das Masse-Kabel muss also nochmals gesplittet werden. OUT steht für: Finger weg! Hier kommen 110V Spannung raus und der andere Anschluss der EL-Folie dran. Gut isoliert, versteht sich. Werden mehrere EL-Folien an einen Inverter angeschlossen, müssen diese natürlich dementsprechend parallel an GND und OUT angeschlossen werden. OUT und GND an der Leuchtfolie selber kann beliebig angeschlossen werden, diese besitzen keine Polarität, wie beispielsweise LED's. Wo + und wo Masse ist, ist also egal. Doch bevor die EL-Folien an den Inverter gelötet werden, sollten sie zugeschnitten werden. Dazu scannt man die Original-Tachoscheiben ein, bearbeitet sie nach Belieben und lässt möglichst die Skalierung so wie sie ist. ;-)
![]() Dann druckt man das Ganze erstmal auf normales Papier aus, schneidet die Scheiben aus (uns zwar samt Ausschnitten für Kilometerzählern sowie Schrauben-/Zeigerlöchern) und überträgt das auf die Leuchtfolie.
Hier ist Genauigkeit anzuraten, denn jeden halben Millimeter Abweichung sieht man später. Da wo die Folie weggeschnitten, kann sie schließlich auch nicht leuchten. Die Anschlüsse darf man natürlich nicht wegschneiden, sonst kann man die Folie ja nicht mehr anschließen. Gewisse Änderungen an der Kontor der Tachofolie sind also nötig. Dabei empfiehlt es sich, die Originalscheiben nochmal ins Tachogehäuse zu legen und nachzusehen, wo man bei der EL-Folie die Anschlüsse am besten unterbringt, ohne dass man Platzprobleme bekommt.
Das Ganz könnte dann in etwa so aussehen:
Man schneidet also die Tachoscheiben genauso aus wie die Originalscheibe, nur lässt man an einer Seite eine Lasche mit den Anschlüssen stehen, und die sollte links und rechts vom Anschluss mindestens 15mm breit sein, damit die eingearbeiteten Metall-Leiter noch ausreichen, um die komplette Scheibe gleichmäßig mit Strom zu versorgen.
An der gestrichelten Linie kann man die Lasche dann nach dem Einbau nach unten biegen / vorsichtig knicken, um die andere Scheibe daneben zu bekommen. An welcher Seite man die Lasche stehen lässt, schaut man sich am besten im Gehäuse an. Die EL-Folie lässt sich außenrum wunderbar mit einer scharfen Schere zurechtschneiden. Die Ausschnitte erfordern sehr viel Geduld und Fingerspitzengefühl. Am besten macht man die Ausschnitte mit einem scharfen Cutter/Bastelmesser/kleinen Teppichmesser oder wie auch immer das Ding umgangssprachlich genannt wird. Dabei regelmäßig die Klinge abbrechen, damit das Ding immer schön scharf ist. Lieber öfter mit weniger Druck schneiden, bis man durch ist, anstatt einmal mit zuviel Druck. Denn dann rutscht man mit dem Messer schnell über das Ziel hinaus. Und wer z.B. am Ausschnitt für den Kilometerzähler abrutscht und über die Ecke hinaus schneidet, kann die ganze Folie wegwerfen. Denn das sieht man später in der Beleuchtung. Hier also viel Zeit nehmen und seeeeehr sorgfältig schnippeln!!!
Ist das alles geschafft, ist die Beleuchtung schon fertig! So, nun geht es an die Scheiben mit der Skala. Da habe ich selber noch keine 100%ig saubere Lösung gefunden, aber wer Ideen hat: Her damit!
Die Grundproblematik ist folgende:
EL-Folie ist im ausgeschalteten Zustand nicht weiß. Türkis/blau beleuchtete ist meistens beige bis elfenbeinfarbig, weiß beleuchtete ist meist rosa im ausgeschalteten Zustand. Und wer möhte schon gerne einen rosafarbenen Tacho haben, wenn die Beleuchtung ausgeschaltet ist? Niemand.
Da der Tacho meistens weiß sein soll, braucht man also etwas, das weiß ist (also die darunterliegende Farbe nicht durchlässt), und trotzdem möglichst viel Licht durchlässt, um die Beleuchtung durchdringen zu lassen. Papier lässt zu wenig Licht durch und reagiert auf auch Feuchtigkeit eher suboptimal... Fällt also weg.
Am besten hat sich bisher Platinen-Layoutfolie bewährt. Die sieht prinzipiell aus wie Butterbrotpapier, nur ist sie nicht aus Zellstoff (Feuchtigkeit.......), sonden aus Kunststoff. Sie ist zwar nicht gaaanz weiß, lässt aber viel Licht durch - und lässt sich mit einem Laserdrucker bedrucken! Der Nachteil ist, dass sie erstens relativ teuer ist (man bekommt sie beispielsweise bei Conrad Electronic, Art.-Nr. 527530 - LN, 5 Stück A4 aktuell für € 5,95) und zweitens die darunterliegende Farbe nicht 100%ig abdeckt. Daher ist es eher ungünstig, wenn man eine EL-Folie verwendet, die ausgeschaltet beispielsweise rosa ist. Das sieht man durch.
Beige hingegen ist akzeptabel, das sieht durch die Layout-Folie betrachtet ziemlich weiß aus. Darauf druckt man dann die bearbeiteten Tachoskalen, schneidet die Folie entsprechend der EL-Folie aus (alle Löcher, alle Ausschnitte...), und das Ganze möglichst ebenso genau wie bei der EL-Folie. Fertig? Gut. Dann legt man die Folien übereinander und fixiert sie am Rand mit Tesafilm an der EL-Folie, und zwar nur in dem Randbereich, den man später im zusammengebauten Tachon nicht mehr sieht.
Ich habe mit diversen Klebern, Sprühklebern und transparenten Kaschierfolien versucht, die Layoutfolie flächig auf die EL-Folie zu kleben, aber das sieht man später IMMER. Denn das Licht muss durch den Kleber, und jeder Unregelmäßigkeit fällt später im Dunkeln auf. Da sich die Kunststoff-Layoutfolie aber weder durch Luftfeuchtigkeit noch durch Sonneneinstrahlung verzieht oder wölbt und in der Mitte ja zusätzlich durch die Schrauben fixiert/angedrückt wird, reicht die Fixierung am Rand der Scheibe, da wo man es später nicht sieht, völlig aus.
Falls jemandem eine bessere Lösung einfällt: Ich würde mich sehr freuen!!! Bei der CB500 habe ich allerdings noch eine hellblaue Folie zwischen die EL-Folie und die Layout-Folie gelegt, so dass die Beleuchtungsfarbe etwas mehr blau als türkis ist und auch im ausgeschalteten Zustand das Blau etwas durch die Layout-Folie schimmert.
Alles eingebaut, Nadeln wieder genau aufgesteckt, Beleuchtung auf Funktion getestet? Perfekt! Dann noch den Tacho wieder ans Mopped und viel Spaß damit!
Übrigens: Wenn der Tacho später wieder genau geht und die Tachoscheiben nicht spiegeln, kann sich der TÜV auf den Kopf stellen und mit den Füßen wackeln. Denn es ist weder eine bestimmte BeleuchtungsART, noch eine Beleuchtungsfarbe vorgeschrieben. Die Scheiben dürfen nur nicht spiegeln und der Tacho muss bei Dunkelheit gut ablesbar sein. Natürlich muss der angezeigte Tachowert aus stimmen.
Bei den anderen Instrumenten (Drehzahlmesser, Tankanzeige etc.) ist das eh ziemlich egal, weil nicht mal die Anzeigen vorgeschrieben sind, geschweige denn ihr Aussehen. Ich habe weder bei der CB noch bei der VFR je ein Problem bekommen, bei der CB hat mich der TÜV-Beamte sogar für die saubere und schöne Arbeit gelobt! *freu*
Auch damals in meinem Cinquecento gabs keine Kritik, obwohl der TÜV'ler den Umbau bemerkt hat.
Also dann: Keep smiling, auch wenn mal nicht alles so funktioniert wie geplant! Ich hab am Anfang auch viel ausprobiert und weggeworfen, bis das herauskam, was ich mir vorgestellt hatte.
Euer Sky |







